Anna in SPANIEN
Ein Land, von dem wir alle glauben, es zu kennen, einmal von einer ganz anderen Seite zu erleben, war eine wertvolle Erfahrung
Ich bin Anna, 19 Jahre alt, und ich durfte von September 2024 bis Mai 2025 in einer kleinen Stadt namens Burgos im Norden Spaniens leben. Der Norden Spaniens hat nur wenig mit unseren typischen Vorstellungen vom sonnigen Spanien zu tun, und genau das hat mir gefallen. Ein Land, von dem wir alle glauben, es zu kennen, einmal von einer ganz anderen Seite zu erleben, war für mich eine wertvolle Erfahrung.
Ich kam im September 2024 an und da ging es auch schon los mit den Schwierigkeiten: das Wasser in unserer Wohnung funktionierte nicht. Wir wurden dann zunächst bei anderen Freiwilligen untergebracht, bis das Problem behoben war. Ein etwas holpriger Start, aber schnell geschafft.
Ich durfte dann an zwei Projekten teilnehmen: einmal in einem Gemüsegarten arbeiten und später sogar das Gemüse verkaufen und mit Menschen mit Beeinträchtigungen.
Der Gemüsegarten war meine Hauptaufgabe, und er hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wir haben geerntet, angepflanzt, das Gemüse fürs Verkaufen vorbereitet und vieles mehr, was sich gar nicht alles aufzählen lässt. Bis zum Schluss kamen immer wieder neue Aufgaben hinzu, sodass es nie langweilig wurde. Natürlich war es nicht immer perfekt: Die Arbeit war manchmal sehr anstrengend, und besonders im Winter war die Arbeit hart und draußen oft kalt. (Ja, auch in Spanien kann der Winter richtig eisig sein!)
Ich durfte außerdem zweimal pro Woche in eine Spanischklasse gehen. Dadurch das ich bereites ein bisschen spanisch konnte, bevor ich nach Spanien kam, konnte ich direkt in ein höheres Level aufsteigen. Die Klassen waren mit abstand mein Lieblingsteil des Projekts. Zwischen Interessanten Unterricht und Pausen mit Kaffee und Keksen, haben sich Freundschaften gebildet, die auch nach meinem Aufenthalt bestehen bleiben.
Burgos selbst ist eine wunderschöne kleine Stadt. Besonders gefallen hat mir, dass man alles zu Fuß erreichen konnte. Oft habe ich mich mit neu gewonnenen Freunden in der Stadt getroffen: zum Beispiel auf einen Kaffee oder für einen Museumsbesuch. Mit zwei Freundinnen habe ich mir sogar eine Schwimmbadkarte gekauft, sodass wir jederzeit gemeinsam schwimmen gehen konnten. Manchmal waren wir auch nachts unterwegs, und ich habe mich dabei immer sicher und wohlgefühlt. Natürlich hat jede Stadt ihre „guten“ und „weniger guten“ Ecken, aber in Burgos habe ich überwiegend sehr positive Erfahrungen gemacht.
Neben dem Alltag in Burgos habe ich mit zwei anderen Freiwilligen auch viel vom Land gesehen. An Wochenenden sind wir durch verschiedene Städte gereist und konnten so die Vielfalt Spaniens hautnah erleben.
Mein ESC-Jahr in Spanien war eine unvergessliche Erfahrung, in dem ich vor allem persönlich über mich hinausgewachsen bin. Ich habe nicht nur eine neue Sprache verbessert und ein mir fremdes Land kennengelernt, sondern auch Freundschaften geschlossen, die mir sehr viel bedeuten. Trotz aller Herausforderungen, oder gerade wegen diesen, würde ich jedem empfehlen den Mut zu fassen und ebenfalls ein solches Projekt zu machen.





