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Sarah in Schweden

Zwischen Kanelbullar und Bastelchaos - Sarah's Jahr in Schweden

Hej! Ich bin Sarah, 20 Jahre alt und darf euch hier kurz von meinem Volunteering Jahr über das ESK erzählen! Ich habe von Dezember 2024 bis November 2025 in einem Aktivitätenzentrum für die NGO Funkibator gearbeitet. Funkibator möchte einen Ort schaffen, an dem alle willkommen sind - egal ob jung oder alt, schwedisch oder eben nicht - und sich insbesondere für mehr Inklusion sowie Sichtbarkeit von Menschen mit Beeinträchtigung einsetzen. Ich war ein die Organisation und Koordination der Projekte beteiligt, wodurch ich Kontakt mit unterschiedlichsten Menschen hatte. Für mich war diese Erfahrung sehr bereichernd. Ich habe zum Nachdenken anregende Gespräche geführt und viele schöne Momente zum Beispiel beim gemeinsamen Basteln erlebt. Aber auch die Erfahrung als Volunteer direkt nach der Schule ins Ausland zu ziehen hat mich geprägt...

Stellt euch vor ihr zieht in ein neues Land und alles scheint möglich. Wer werden die Menschen in deinem Leben sein? Was deine Lieblingsplätze? Wie wirst du dich verändern? Diese komplett typischen Fragen gingen auch mir durch den Kopf als ich für ein Jahr in die schwedische Kleinstadt Växjö gezogen bin - mit Vorfreud und einem kleinen bisschen Panik. Heute - einandhalb Jahre später - möchte ich euch auf eine kleine Zeitreise durch meine Zeit dort mitnehmen und meine Erlebnisse Reveau passieren lassen.
Nach meiner Matura war mir klar, dass ich einen Tapetenwechsel brauche. Gleichzeitig wollte ich zu einem guten Zweck beitragen und so bin ich auf das ESC gestoßen. Was ich mir genau vorstelle wusste ich damals nicht. Ich habe mich erstmal einfach durch die unzähligen Optionen geklickt und mich bunt bei allem beworben, das irgendwie interessant klang.
Wenige Wochen später wurde ich von einer NGO in Schweden zu einem Interview eingeladen. Obwohl ich Skandinavien vorher tatsächlich nicht direkt am Schirm hatte beschloss ich mich einfach darauf einzulassen und so ging wenige Monate später mein Abenteuer los.
Seen, rot-weiße Häuser ganz a la Astrid Lindgren und jede Menge Kanelbullar (die schwedischen Zimtschnecken sind wirklich ein Kulturgut!) gehörten nun zu meinem Alltag. Allerdings im Winter auch lange dunkle Nächte und gerade am Anfang auch Einsamkeit. Ganz ehrlich - es hat ein bisschen gedauert bis ich mich eingelebt hatte. In einer Stadt in der man noch niemand kennt fühlt es sich schnell etwas verloren an. Aber genau das hat mir die Möglichkeit gegeben mich selbst wirklich kennenzulernen. Denn was sind die Dinge, die mich glücklich machen weg von dem was ich gewohnt bin? Wie möchte ich sein, wenn ich alles sein kann?
Ich beschloss Dinge auszuprobieren, alte Hobbies wieder anzufangen und die Umgebung zu erkunden. Und auf einmal war alles anders. Irgendwie war Växjö zu "meiner" Stadt geworden. Ich hatte Lieblingscafes, Lieblingsplätze am See und vor allem Lieblingsmenschen, die alles tausendmal schöner gemacht haben. Ich fing an die Sprache zu verstehen konnte an der Arbeit eigene Projekte umsetzen, die mir unfassbar viel Spaß machten.
Spätestens im Sommer habe ich mich dann vollkommen head over heels in Schweden verliebt - Midsommar feiern, lange Abenden draußen verbringen, Fahrradfahren und sich mit Menschen die vor Kurzem noch Fremde waren über Gott und die Welt unterhalten. Ich habe mich kein bisschen mehr einsam gefühlt sondern zu 100% zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Schneller als mir lieb war, war mein Jahr dort vorbei und es hieß fürs Erste Abschied nehmen. Ich blicke unglaublich gerne auf mein Volunteering Jahr zurück. Es hat mich sehr zum Positiven verändert, mir neue Perspektiven gezeigt und geholfen zu erkennen, wie mein erwachsenes Leben aussehen soll. Teil dieses Lebens werden auch viele der super coolen Menschen von allen möglichen Flecken der Welt sein, die meine Zeit in Schweden geprägt haben und die ich sonst nie getroffen hätte - es wird auch schon fleißig geplant wie und wann wir uns wieder sehen können.

Würde mich jetzt jemand fragen, ob meine Erfahrung weiterempfehlen würde ist die Antwort ganz klar: "Auf jeden Fall!" Und um zum Abschluss Pippi Langstrumpf zu zitieren: "Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe“ und vielleicht wird's richtig gut!