Manuela in Sighișoara
Gemeinsam mit 20 anderen Volunteers unterstützte Manuela eine tolle Organisation in Rumänien und wohnte in einem Schloss.
Anfang Juli 2025 bis Ende Dezember 2025 lebte ich im Rahmen des ESC in der wunderschönen Stadt Sighișoara. Gemeinsam mit etwa 20 anderen Volunteers aus ganz Europa und sogar darüber hinaus wohnte ich in einem kleinen Schloss am Rande der Stadt. Unsere Aufgabe bestand hauptsächlich darin, Kindern und Jugendlichen verschiedene Themen näherzubringen. Der Fokus lag dabei stets auf „non-formal education“, also darauf, Informationen spielerisch und in lockerer Atmosphäre zu vermitteln. Thematisch ging es dabei vor allem um Teambuilding, Non-violent Communication, Mental Health, Social Media, aber auch um die Tier- und Pflanzenwelt der Region.
Ich war als Facilitator bei zwei Sommercamps, einem Englischclub und bei „Next Generation“ tätig – ebenfalls ein wöchentlicher „Club“, den wir in einer Einrichtung für Kinder aus benachteiligten und ärmeren Verhältnissen betreuten. Darüber hinaus wirkten wir bei verschiedenen Events und Festen mit; so begleiteten wir beispielsweise die Halloween-Parade durch die Innenstadt.
Neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gab es auch Programmpunkte, die vor allem für uns Volunteers einen persönlichen Mehrwert boten. Dazu gehörten beispielsweise die Reflection Groups, in denen wir uns alle zwei Wochen in Gruppen von etwa sechs Personen über unsere Erfahrungen, Gedanken, Ziele, aber auch über Ängste oder Schwierigkeiten austauschen konnten. Anfangs war ich „nur“ Teilnehmer einer solchen Gruppe, doch nach etwa drei Monaten durfte ich gemeinsam mit einer Kollegin selbst eine Gruppe leiten und die Aktivitäten sowie Themen vorbereiten. Diesen Austausch empfand ich als sehr wertvoll, und ich freute mich jedes Mal auf die Sessions. Es war eine schöne Möglichkeit, sich mit Mitbewohner*innen auszutauschen, zu denen man im Alltag vielleicht weniger Kontakt hatte. Außerdem tat es gut, so offen über persönliche Themen sprechen zu können – ganz ohne „Aufsicht“ unserer Coordinatoren. Für diese Treffen hatten wir nämlich völlige Freiheit: Wir konnten selbst entscheiden, wann und wo sie stattfanden und welche Themen wir besprechen wollten.
Natürlich hatten wir auch einmal pro Woche einen „Sprachkurs“ mit unserer Coordinatorin, in dem wir die Grundlagen der rumänischen Sprache sowie vieles über die Kultur, Geschichte und Traditionen des Landes lernten.
Neben all diesen Aktivitäten blieb natürlich auch noch einiges an Freizeit übrig, die wir meistens trotzdem gemeinsam verbrachten: bei entspannten Barbecues im Garten, bei den wildesten Dress-up-Partys am Wochenende oder zusammen in lokalen Restaurants und in unserer Stammbar. Auch für Ausflüge und kleine Trips in umliegende Städte blieb Zeit. Ich hatte zum Beispiel das Glück, am Transfăgărășan echte Bären zu sehen. Außerdem konnte ich Städte wie Bukarest, Sibiu, Cluj und Brașov besuchen. Sogar ein Ausflug nach Mediaș war dabei – gemeinsam mit drei anderen Volunteers ließ ich mir dort ein Tattoo stechen.
Ich bin unglaublich froh und dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Es fällt mir schwer, mir eine bessere Organisation als Cevos/ AUM vorzustellen: Es war der perfekte Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen vorgegebenen Themen und der Freiheit, selbst etwas zu gestalten. Außerdem wurde darauf geachtet, dass jede*r die Tätigkeiten übernehmen konnte, die ihr oder ihm besonders Spaß machten. So durfte ich zum Beispiel Bühnenbilder für ein Theaterprojekt malen und mit den Kindern viel zeichnen und basteln, da Kreativität eine meiner großen Leidenschaften ist.
Ich kann es wirklich nur jedem ans Herz legen, für eine Zeit ins Ausland zu gehen und sich mit gleichgesinnten jungen Menschen aus der ganzen Welt auszutauschen. Für mich waren es die schönsten sechs Monate überhaupt, und ich habe unglaublich viel daraus gelernt.








