Alexandra in Portugal
Sechs Monate in einem kleinen Fischerstädtchen an der Algarve
Einmal für längere Zeit im Ausland zu leben, das war schon immer mein Traum. Und dort gleichzeitig aber auch etwas Sinnvolles zu machen! Also dachte ich mir, so ein Freiwilligenprojekt über das Europäische Solidaritätskorps ist doch die perfekte Gelegenheit.
Genauer gesagt wollte ich nach Spanien. Nachdem es da dann nach einigen Bewerbungen aber leider immer noch nicht geklappt hat, war Flexibilität gefragt und ich hab meinen Länderradius ausgeweitet. So bin ich dann schlussendlich für ein halbes Jahr im kleinen Fischerstädtchen Olhão an der sonnigen Algarve in Portugal gelandet.
Dort durfte ich in einem Sozialzentrum mitarbeiten, in welches Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien nach Ende des Schultags kommen konnten. Hier konnten sie in Ruhe ihre Hausaufgaben erledigen, spielen und ihren Nachmittag verbringen. Meine Aufgabe war es hauptsächlich, sie dabei zu begleiten, Spiele mit ihnen zu spielen und ihnen verschiedene von uns Freiwilligen am Vormittag vorbereitete Aktivitäten anzubieten. Zusätzlich durften wir einmal in der Woche mit den Hunden vom örtlichen Tierheim Gassi gehen.
Wir waren insgesamt sechs Freiwillige, welche in den beiden Standorten des Sozialzentrums mitarbeiteten. Dadurch war man als Freiwilliger nie allein. Das war mir persönlich bei der Auswahl des Freiwilligenprojekts sehr wichtig, dass es auch andere Freiwillige gibt. In Olhão war es aufgrund der geringen Einwohneranzahl ziemlich schwierig Einheimische in meinem Alter kennenzulernen, welche vor allem auch Englisch verstanden.
Bleiben wir gleich beim Thema Sprache. Ich konnte kein einziges Wort Portugiesisch. Ja ehrlich, ich wusste nicht einmal wie man „Danke“ sagt, bevor ich dann wirklich in Portugal ankam. :) Und das war zu Beginn echt nicht so einfach. In den Cafés dort konnte fast niemand Englisch, auch im Supermarkt wars teilweise schwierig. Aber aufgrund dessen, dass auch die Kinder im Sozialzentrum so gut wie kein bis gar kein Englisch sprachen, hab ich gezwungenermaßen ziemlich schnell Fortschritte in Portugiesisch gemacht. Also war das sozusagen Fluch und Segen zugleich. Aber jetzt bin ich froh darüber, da ich nun eine weitere Sprache zumindest auf Einsteigerniveau beherrsche.
In meiner Freizeit war ich oft am Strand auf den Inseln im Naturpark Ria Formosa, welche nur mit einer Fähre zu erreichen waren. Außerdem bin ich zusammen mit den anderen Freiwilligen viel herumgereist. Wir haben viele weitere Städtchen an der Algarve abgeklappert, waren aber auch weiter nördlich in Lissabon und Porto. Mein absolutes Highlight war das jährlich stattfindende „Festival de São João“ in Porto. Falls ihr könnt, verbringt irgendwann mal die Nacht von 23. auf 24. Juni in Porto. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber nehmt euch vor den Gummihammern in Acht! :)
Zusammengefasst kann ich so ein Freiwilligenprojekt über das Europäische Solidaritätskorps nur jedem und jeder empfehlen! Trotz einiger Schwierigkeiten mit meiner portugiesischen Aufnahmeorganisation, vor allem bezüglich Kommunikation und Aufgabenverteilung, möchte ich diese Erfahrung keinesfalls missen. Man lernt so viel über sich selbst dazu, was man mag, was man nicht mag, und entwickelt Lösungen für Probleme, auf welche man zuhause in den sicheren eigenen vier Wänden vielleicht gar nicht stoßen würde. Das sind Lebenskompetenzen, die einem dann keiner mehr nehmen kann.
Und um den Kreis nun zu schließen:
Obrigada! :)
(Das heißt „Danke“ auf Portugiesisch.)








